• Jonas M. Light

Das magische Buch #6: Besuch einer Lichtfee



Ich sitze auf meiner Bettkante und denke noch immer über die vergangene Nacht nach. Mittlerweile ist es 8:47 und eigentlich müsste ich schon seit exakt 47 Minuten auf meinem Bürostuhl im Großraumbüro sitzen. Doch die Erlebnisse von gestern Nacht sind einfach so mysteriös und verrückt, dass ich gar nicht anders kann, als länger darüber nachzudenken. Aber der Reihe nach …

Euer letzter Stand war ja, dass alles um mich herum in einem weißen Leuchten versank. Wie in einem Traum sprach plötzlich eine Stimme zu mir, die sanfter als alles klang, was ich jemals zuvor gehört hatte. Die Stimme berichtete mir über das Elysarium, eine Parallelwelt zur Erde, in die einige Menschen nach ihrem Tod kommen.

Ich weiß, das hört sich jetzt erst mal total abgefahren an, doch je mehr mir die Stimme über das Elysarium berichtete, desto neugieriger wurde ich. Aber zuerst wollte ich natürlich erfahren, mit wem ich überhaupt sprach. „Ich bin die Lichtfee Fay“, hauchte die Stimme und erklärte mir, dass es ihre Aufgabe sei, als Mentorin zu dienen. So auch für den ehemaligen Schauspieler Tad, der sich in der Hektik des Alltags auf unserer Erde das Leben nahm und schließlich bei Fay im Elysarium landete.

Mit ihrer Hilfe fand er zu seiner inneren Stärke zurück und hilft nun dabei, den Nachbarplaneten Jorum vor den Angriffen der Schattenwesen zu verteidigen. Ich wollte noch mehr über diesen Kampf erfahren, doch Fay gab mir zu verstehen, dass meine Aufgabe eine andere sei. Tads Wunsch sei es gewesen, das Wissen des Elysariums an die Menschen unserer Welt weiterzugeben. Denn er wollte vermeiden, dass die Menschen von ihrem Weg abkommen und krank werden oder sich sogar das Leben nehmen. Also schrieb er diejenigen Übungen auf, die ihm am meisten halfen, seine Zweifel & Ängste zu überwinden und innerlich stark zu werden.

Fays Aufgabe war es, die niedergeschriebenen Zeilen in unsere Welt zu transportieren. Auf die Frage, warum ausgerechnet ich der Auserwählte sei, die Zeilen in Form eines grünlich leuchtenden Buches zu erhalten, sagte sie nur: „Weil du ein Schriftsteller bist.“ Ich wollte noch viel mehr fragen, doch um mich herum flackerte plötzlich das weiße Licht auf und die Worte von Fay klangen plötzlich ganz entfernt: „Schau in das Buch und schenke seine Worte deiner Welt.“

Erst verstand ich ihre Worte nicht, doch spätestens, als ich das Buch ein weiteres Mal aufschlug, wurde mir alles klar. Fay hatte die vormals unleserlichen Worte in unsere Sprache übersetzt. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat, geschweige denn, wie sie das Buch aus einer anderen Parallelwelt versendet hat, aber eines weiß ich: Was anfangs wie ein Traum wirkte, war tatsächlich eine Botschaft aus einer anderen Welt. Und noch dazu eine Botschaft, die es sich lohnt, in die Welt getragen zu werden.

Ich sitze immer noch auf der Bettkante und habe das Buch auf meinen Knien liegen. Mittlerweile ist es 9:37 und ich bin mit der Hälfte des Buches durch. Für mich steht fest, dass ich es veröffentlichen werde. Danke Fay, danke Tad … wo immer ihr auch gerade seid.

Was bisher geschehen ist:

#spinoff

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