• Jonas M. Light

Die 10 besten Fantasy Videospiele der 90er


Fantasy-Art von Akira Toriyama (Chrono Trigger)

Heute mal kein Blog-Beitrag über die besten Fantasybücher, sondern ein Blick zurück ins farbenfrohe Land der Videospiele zu einer Zeit, als die Gafiken noch echte Pixel-Meisterwerke waren und die Komponisten den Soundchips meisterhafte Klänge entlockten, die bis heute unvergessen sind. Die Rede ist von den 90er Jahren, in deren zweiten Hälfte dann sogar erstmals Fantasy-Games auf den Markt kamen, die mit 3D-Grafik und CD-Sound glänzten.


Ich möchte mit euch eine kleine Zeitreise zurück machen und ein paar Games aufzeigen, die meiner Ansicht nach echte Evergreens sind und sich immer noch zu spielen lohnen. Zudem hätten sie ganz sicher auch das Zeug zu richtig guten Fantasyromanen gehabt. Also lasst uns doch mal losstarten.


Storytelling wie in einem Fantasyroman

Da sind wir doch gleich wieder bei den Büchern ;-) Bei aller grafischer und musikalischer Opulenz der Fantasygames war es enorm wichtig, dass Story, Charaktere und der Spielflow so ausgetüftelt waren, dass die Spieler bei der Stange gehalten wurden. Das gelang einigen Spielen so gut, dass die Konsoleros Nächte vor der Konsole verbrachten oder bei Serien wie Dragon Quest oder Final Fantasy gar vor den Videospieleläden campierten, um am Veröffentlichungstag in den Besitz eines der begehrten Module zu kommen.


Doch worin bestand eigentlich die Faszination der Fantasygames in den 90ern?

Die 16-Bit-Konsolen – allen voran das Mega Drive und Super Nintendo – ermöglichten den Entwicklern, ihren Spielen mit der neuartigen Grafik- und Soundpower, einen nie dagewesenen Detailgrad zu verleihen. Und das Geniale daran: Die Pixelgrafiken sehen selbst heute noch erste Sahne aus. Über 3D-Grafiken lässt sich sicherlich streiten, doch bei den folgenden Highlights tut dies dem Spielspass selbst in heutigen Zeiten keinen Abbruch. Also freut euch auf grafische Großtaten, die absolut zeitlos sind und in puncto Spielspaß ihresgleichen suchen.


Gehts denn jetzt endlich mal los? Ja klar, wir starten gleich voll rein. Los gehts mit einem echten Klassiker von Nintendo …


The Legend Of Zelda: A Link To The Past

Das Zelda-Meisterwerk für das Super Nintendo erschien am 21. November 1991 in Japan und ist ein klassisches Action-Adventure, bei dem der Spieler aus der Vogelperspektive die zauberhafte Welt Hyrule erkundet. Im Gegensatz zu den Vorgängern stellt das Super Nintendo mit seiner großen Farbpalette Hintergründe auf mehreren Ebenen dar. Dabei entsteht ein räumlicher Eindruck, der vor allem in den Dungeons hervorragend zum Tragen kommt.


Was mich beeindruckt hat:

Neben dem genialen Tiefeneffekt bei der Grafik hat mich vor allem der orchestrale Sound und der Story-Kniff gefallen, dass Link eine Licht- und Schattenwelt bereisen muss. Das macht das Spiel selbst auf lange Sicht nie langweilig und weckt den Forscherinstinkt. Unvergessen ist für mich der Beginn des Spiels, bei dem man als Link durch die verregnte Oberwelt läuft, im Schloss die Prinzessin befreit und mit ihr den Ausgang sucht. Einfach phänomenal für die damalige Zeit – denn einen solch bezaubernden Sidekick konnte kein anderes Spiel vorweisen!




System: Super Nintendo

Erscheinungstermin: 21. November 1991

Verkaufte Einheiten: 4,5 Millionen

Wertung: 88 % (Power Play)


The Legend Of Zelda: Ocarina Of Time

Was, noch ein Zelda? Ja, diesmal aber nicht auf dem Super Nintendo, sondern auf dem N64, der 64-Bit Nachfolgekonsole. Dieses Spiel war für das N64 nach Super Mario der ultimative Systemseller und hat auf der Seite metacritic eine unglaubliche Durschnittswertung von 99 % (!) und ist somit laut Wikipedia das höchstbewertete Videospiel. Wie schon in den Vorgängern, steuert ihr Zipfelmützen-Held Link durch eine fantasievolle Welt (diesmal allerdings erstmals in 3D), löst knifflige Rätsel in Dungeons und macht euch auf die Suche nach dem sagenumwobenen Masterschwert.


Was mich beeindruckt hat:

Damals war es vor allem die detaillierte 3D-Welt auf dem N64, die mich vollends in Hyrule eintauchen ließ. Unvergessen auch der erste Ausritt auf dem Pferd Epona, bei dem ihr meint, den Wind auf eurer Nase zu spüren und der spektakuläre Endkampf, bei dem Obermotz Ganon den gesamten Bildschirm einnimmt und so schwarz werden lässt, dass euch Angst und Bange wird.




System: N64

Erscheinungstermin: 21. November 1998

Verkaufte Einheiten: 7,6 Millionen (wikipedia.de)

Wertung: 95 % (Maniac)



Shining Force

Nach zwei vorgestellten Action-Adventures wird es jetzt deutlich strategielastiger. Dabei begann die Shining-Reihe mit einem klassischen 3D-Rollenspiel für das Mega Drive, das den Titel Shining in the Darkness trug. Beim Nachfolger setzte Sega auf Rundenstrategie und verblüffte den Spieler wie schon beim Vorgänger mit grandios animierten Kamfsequenzen. Schaut euch diese unbedingt im Video an, denn die sind absolut zeitlos inszeniert und lassen heute noch staunen. Das Spiel ist wie ein Fantasyroman in mehrere Kapitel unterteilt und daher für alle storyverbliebten Fantasy-Fans ein echter Leckerschmaus.


Was mich beeindruckt hat: Ich muss ehrlich sagen, dass ich damals kein Mega Drive besaß und nur die Compilation-Sammlung auf der PS1 gespielt habe. Hier faszinieren mich insbesondere die dichte Story und die superspannenden und sehr taktischen Kämpfe. Ran an die Joypads!




System: Mega Drive

Erscheinungstermin: 20. März 1992

Wertung: 86 % (Maniac)


Final Fantasy 6

Der Titel ist ein wenig irreführend, denn in den USA ging dieses Spiel aus dem Hause Square mit dem Titel Final Fantasy III an den Start (die Vorgängerspiele waren schlicht noch nicht im Westen veröffentlicht und daher griff man zu diesem Trick aus der Fantasy-Kiste). Die Fachpresse war sich jedoch einig, dass es sich um dasselbe Spiel handelte und überschüttete das Game mit Lobpgesängen und Awards. Allein die Introsequenz, die so herrlich melancholisch daherkommt und in der man mit gepanzerten Mechs durch den Schnee stampft und in einem Steampunk-Dorf angelangt, hat sich für alle Zeit in mein Gedächtnis eingeprägt.


Was mich noch beeindruckt hat: Die Komplexität der Story und die Vielzahl an Charakteren mit ihren detaillierten Hintergrundgeschichten beeindruckt und lässt mich selbst heute noch staunen. Zudem ist das rundenbasierte Kampfsystem äußerst ausgefeilt und die Grafik mit ihren wunderschön gezeichneten Schauplätzen einfach superb. Unvergessen zudem die Arie im Opernhaus, bei der man meint, es sitze eine Opernsängerin im Super Nintendo. Genial! Zur Opern-Lovestory >





System: Super Nintendo

Erscheinungstermin: 02. April 1994

Verkaufte Einheiten: 7,6 Millionen (wikipedia.de)

Wertung: 90 % (Maniac)



Final Fantasy Tactics

Weiter geht es mit einem weiteren Final Fantasy Spiel – diesmal jedoch aus dem Strategie-Genre. Ja, ihr habt richtig gehört! Als Final Fantasy Tactics 1997 auf der PS1 erschien, staunten die Fans über die isometrische Kartendarstellung des Kampfschauplatzes, die hervorragend animierten Figuren und den genialen Soundtrack von Hitoshi Sakimoto and Masaharu Iwata.


Was mich beeindruckt hat: Durch die vielen Kämpferklassen (äußerst cool: der Ninja) ist bereits für massig Abwechslung gesorgt. Was ich jedoch anfangs nicht wusste, ist die Tatsache, dass die Figuren durch das geniale Jobsystem neue Fertigkeiten wie Mega-Schläge, Zaubersprüche etc. bekommen können. Als ich es dann herausfand, eröffnete mir das vom einen auf den anderen Moment eine völlig neue Dimension. Auf einmal spielte sich jeder Kampf wie eine Schachpartie und war immer anders. Genial! Hitverdächtig sind auch der unglaublich gute Soundtrack und die toll inszenierten Zaubersprüche.



System: PS1

Erscheinungstermin: 20. Juni 1997

Verkaufte Einheiten: 2,4 Millionen (en.wikipedia.org)

Wertung: 90 % (Maniac)



Chrono Trigger

In 1994 sorgte kaum ein Game-Ereignis in Japan für so viel Furore wie die Ankündigung von Chrono Trigger. Die drei Videospiele-Superstars Yuji Horii (Spiel-Design), Hironobu Sakaguchi (Story & Dramaturgie) sowie Akira Toriyama (Charaktere & Illustrationen) leiteten ein äußerst ambitoniertes Rollenspiel-Projekt, das schließlich in einem 32-MBit-Modul für das Super NES gipfelte. Im Vergleich zu bewährter Final Fantasy und Dragon Quest Kost bringt Chrono Trigger mit seiner gewieften Zeitreise-Story, den revolutionären Animationen sowie der farbenfrohen Grafik und dem Verzicht auf Zufallskämpfe (ihr seht die Monster bereits von Weitem) frischen Wind ins RPG-Genre und ist selbst nach heutigen Maßstäben ein echter Rollenspiel-Kracher. Man merkt dem Game an, dass es eines der letzten Highlights für das Super Nintendo ist und die Entwickler die Maschine so gut kennen, dass sie wirklich alles aus dem SNES rausholen.


Was mich beeindruckt hat: Grafik und Sound hauten mich damals vom Hocker. Allein die Eröffnungsszene auf dem Jahrmarkt mit dem farbenfrohen Feuerwerk und dem schunkeligen Sound jagt mir heute noch Freudenschauer über die Fußnägel. Das Kampfsystem mit Fokus auf den Kombo-Attacken der Party-Mitglieder (und weniger auf wilden Grinding-Orgien wie in Final Fantasy) sowie die Aussicht auf über 30 verschiedene Endsequenzen machen Chrono Trigger zu einem der besten SNES-Games aller Zeiten.



System: Super Nintendo

Erscheinungstermin: 11. März 1995

Verkaufte Einheiten: 2,3 Millionen (vgsales.fandom.com)

Wertung: 92 % (Maniac)


Phantasy Star IV

Hier muss ich wie schon bei Shining Force ganz ehrlich gestehen, dass ich die Phantasy Star Serie damals in den 90ern nicht gespielt habe. Erst später fiel mir die Serie in einer Compilation für den GameBoy Advance ins Auge. Laut Kennern der Serie ist aber Teil IV ein äußerst lohnenswerter. Die Serie mixt gekonnt Science-Fiction & Fantasy mit Rundenstrategie-Gefechten zu einem gelungenen Rollenspiel-Cocktail. Die Echtzeit-Kämpfe werden rundenweise ausgetragen und die zahlreichen Angriffsmanöver und Zaubersprüche lassen sich zu brachialen Kombos vereinen.



System: Mega Drive

Erscheinungstermin: 17. Dezember 1993

Verkaufte Einheiten: 2,3 Millionen (vgsales.fandom.com)

Wertung: 92 % (Maniac)


Castlevania: Symphony Of The Night

Für viele der unbestrittene Höhepunkt der populären Vampir-Serie von Konami. Auf der PS1 vereinen sich die opulente Goth-Grafik, fantastische Klassik-Musik und das weiträumige Schloss zum Erkunden auf so fabelhafte Weise miteinander, dass man das Joypad gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Rollenspiel-Elemente und Möglichkeiten, Protagonist Alucard aufzuleveln sorgt für einen Diablo-typischen Suchtfaktor.


Was mich beeindruckt hat:

Es ist schon ein echter Knaller, wenn euch zu Beginn des Abenteuers Gevatter Tod als Sensenmann aller Ausrüstungsgegenstände beraubt. Danach betretet ihr das Schloss und werdet die Welt um euch herum vergessen, wenn ihr die Architektur bestaunt und wohlige Streicher-Klänge das Ohr umschmeicheln. Schon da war es um mich geschehen. Und die Möglichkeit, sich in eine Fledermaus oder einen Wolf zu verwandeln packte mich genauso wie das Abenteuer mit gänzlich anderen Waffen als der serientypischen Peitsche zu bestehen. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich das Schloss nach dem Durchspielen (ihr müsst aber einen speziellen Trick anwenden) buchstäblich auf den Kopf stellt. Bloody Hell, yeah!



System: PS1

Erscheinungstermin: 20. März 1997

Wertung: 89 % (Maniac)



Legacy of Kain: Blood Omen

Ein echter Geheimtipp darf natürlich in der Top Ten Liste nicht fehlen. Das Erwachsenen-Abenteuer von Silicon Knights spielt sich wie ein vampiresker Horror-Roman und zaubert eine düstere Atmosphäre auf den Bildschirm, die euch mit gruseligen Musikstücken und einer geschickt eingeflochtenen Erzählstimme gefangen nimmt. Dabei steuert ihr in isometrischer Perspektive den Vampirfürsten Kain durch eine mittelalterliche Welt, die in der ersten Spielstunde mit Donner und prasselndem Regen selbst an der Oberwelt so düster daherkommt, dass man meint die Helligkeit am Fernseher aufdrehen zu müssen. Kurzum: Blood Omen ist Zelda für Erwachsene.


Was mich beeindruckt hat:

Gegner könnt ihr in Blood Omen entweder töten oder verwunden. Wenn ihr das erste Mal das Blut aus einem noch zuckenden Leib saugt, dann fühlt ihr euch im ersten Moment tatsächlich wie ein Vampir. Cool auch die Möglichkeiten, sich in einen Wolf oder Nebel zu verwandeln, um Puzzles zu lösen.



System: PS1

Erscheinungstermin: 01. November 1996

Wertung: 86 % (Maniac)


Gargoyle’s Quest

Und gleich noch ein Geheimtipp hinterher zum Abschluss. Diesmal für den Game Boy, für den einige tolle Fantasy-Games exisitieren. Meine Wahl fällt auf Gargoyle’s Quest von Capcom, das seinem Action-Adventure Helden einen der coolsten Namen aller Zeiten verpasst: Firebrand! Das Spiel ist in zwei Game-Areas aufgeteilt, die Oberwelt und Action-Levels aus der Seitenansicht. In der Oberwelt besucht ihr Städte, sprecht mit den Einwohnern und trefft auf Gegener, wenn ihr auch außerhalb der Städte bewegt. In diesen Zufallsbegegnungen müsst ihr die Monster besiegen, um wieder in die Oberwelt zurückzukehren. Ziel eurer Reise: Die magische Flamme zu finden (wenn das mal keine Motivation ist).


Was mich beeindruckt hat:

Die ersten Schritte mit eurem Goblin sind knüppelhart, denn ihr seid gnadenlos unterpowert. Habt ihr jedoch die ersten Levels überstanden und euren fliegenden Gefährten aufgepowert, zieht euch die fantastische Welt gnadenlos in ihren Bann. Und ja, ihr habt richtig gehört. Ihr könnt tatsächlich in der Luft schweben und an Wänden langkraxeln, was nicht nur cool ausschaut, sondern richtig viel Spaß macht.



System: Game Boy

Erscheinungstermin: 02. März 1990

Wertung: 80 % (Maniac)


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