DIE BESTEN FANTASYBÜCHER

für Jugendliche & Erwachsene

Inhaltsübersicht:

Auf der Suche nach der nächsten Fantasysensation ist man in der Buchhandlung schlicht und einfach überfordert. Zwar gibt es hier und da Empfehlungen und die Top-Charts geben Auskunft darüber, was die Nation gerne für Fantasybücher liest, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, einen Fantasyroman zu ergattern, der einem Griff ins mittelalterliche Plumpsklo (im Volksmund »Donnerbalken«) gleicht.

Damit ihr vor den Plumpsklos dieser Welt verschont bleibt, möchte ich euch in meinem Blogbeitrag ein paar Perlen des Fantasy-Genres vorstellen, die euch garantiert grandiose Lesestunden bereiten werden. Darunter auch ein paar echte Geheimtipps ;-)

Der Artikel teilt sich in die Sektionen »Fantasybücher für Jugendliche« und »Fantasybücher für Erwachsene«. Abgerundet wird das Ganze mit einigen Links zu ausgewählten Seiten, die ebenfalls einige der besten Fantasyromane für euch zusammengestellt haben und daher meinen Artikel (der unmöglich alle tollen Fantasybücher umfassen könnte) prima ergänzen. Jetzt aber mal los und ab dafür ... beginnen wir doch am besten mit einer Begriffsdefinition ...

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Fantasy (von engl. fantasy „Phantasie“) ist ein Genre der Phantastik, dessen Wurzeln sich in der Mythologie und den Sagen finden. Ähnlich wie die benachbarten Genres Science-Fiction und Horror, findet Fantasy ihre wichtigsten Ausprägungen in Literatur und Film, außerdem aber auch in Musik und bildender Kunst sowie im Bereich der Gesellschaftsspiele, Computerspiele sowie Pen-&-Paper- und Live-Rollenspiele.

 

(Wikipedia)

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Die besten Fantasybücher für Jugendliche

 

Fantasygeschichten für Jugendliche haben eines gemeinsam: Ein jugendlicher Protagonist/in hat oftmals Probleme, sich in seiner Welt zurechtzufinden. Der Alltag ist grau und fad und als Leser leidet man mit den Hauptfiguren, die oftmals als chronische Einzelgänger ausgenutzt werden, in einem tristen Elternhaus ohne Liebe aufwachsen oder schlicht so viele Probleme und so wenig Selbstvertrauen haben, dass jedes kleine Problem sie zu überrollen scheint. Doch es gibt einen Ausweg …

So auch der Knabe Lif aus dem Roman »Midgard« von Wolfgang Hohlbein, der anfangs unscheinbar daherkommt, im Laufe des Abenteuers jedoch den Kampf gegen die Kreaturen der Hel und seinen dunklen Zwillingsbruder aufnehmen muss. Ein tolles Buch übrigens, das mir als Elfjähriger zum ersten Mal in die Hände fiel und das ich mehr oder minder verschlang wie eine Midgard-Schlange ;-)

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, jugendliche Protagonisten, die anfangs nicht an sich selbst glauben, später jedoch eine bemerkenswerte Reise zu sich selbst und ihren inneren Kräften entwickeln. Dies ist übrigens auch bei »Harry Potter« oder dem ungemein populären »Die Tribute von Panem« der Fall. Beide Protagonisten wachsen im Laufe ihrer Heldenreise über sich hinaus und nehmen den Kampf gegen das Böse auf sich, um für eine bessere Welt zu kämpfen.

 

Zu erwähnen ist hier auch noch die ungemein populäre Fantasy-Reihe »Die Chroniken der Unterwelt« von Cassandra Clare, dessen 2007 erschienener erster Band »City of Bones« sogar im Jahr 2013 mit Lily Colins (bekannt aus Snow White) und Jamie Campbell Bower (bekannt aus Breaking Dawn) in den Hauptrollen verfilmt wurde.

 

Von Drachen und Zauberlehrlingen: Eragon & Harry Potter

Ebenfalls verfilmt wurde der erste Teil der Eragon-Saga, in der die Abenteuer des Drachenreiters Eragon und seines Drachens Saphira in vier Bänden erzählt werden. Selbst wenn Kritiker oftmals bemängeln, dass sich Autor Christopher Paolini sehr freizügig an Tolkiens »Herr der Ringe« bedient habe, so macht es großen Spaß, das Buch zu lesen und an der Entwicklung Eragons teilzuhaben, der die Unwägsamkeiten des Erwachsenwerdens mit seinem Freund Saphira auf herzerwärmende Art und Weise meistert.

Harry Potter hatte ich als Pflichtlektüre ja bereits erwähnt und nicht selten taucht die Frage auf »Was lese ich eigentlich nach Harry Potter?« Die Antwort gibt es hier: »Harry Potter - und dann?«

Wer weitere Bücher sucht, in denen Kinder & Jugendliche aus unserer Welt fantastische Parallelwelten besuchen, sollte in »Die Chroniken von Narnia«  vom irischen Schriftsteller Clive Staples Lewis oder »Die unendliche Geschichte« von Michael Ende reinlesen. Beide Romane wurden verfilmt und werden von Kritikern oftmals als »moderne Märchen« bezeichnet.

 

Einen schönen Beitrag zum Thema »Fantasy für Jugendliche“ inkl. einer spannenden Top-Liste findet ihr auf LovelyBooks. Hier geht's zum LovelyBooks-Beitrag >
 

Darf es ein bisschen Romantik sein?

Wird die Heldenreise von Liebeleien der Protagonisten begleitet und nehmen diese einen großen Teil der Handlung ein, so spricht man von Fantasy-Romance. Beispiele hierfür sind die »Twilight-Reihe« (Biss zum Morgengrauen) von Stephenie Meyer, die Trilogie »Liebe geht durch alle Zeiten« (Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün) von Kerstin Gier oder »Selection« von Kiera Cass.
 

Krieg der Katzen #miau

Wer keine Lust mehr hat auf jugendliche Protagonisten, der schaut sich einfach mal die »Warrior Cats« von der Autorengruppe Erin Hunter (insgesamt vier Autorinnen verbergen sich unter diesem Pseudonym)  an. Hier kämpfen Katzen-Clans um die Vorherrschaft des Waldes und mit sechs Staffeln à sechs Bänden bietet die Serie ungemein viel Lesestoff.


Weitere Bücher aus dem Bereich Tier-Fantasy findet ihr bei Tor-Online im Beitrag »Ist Tierfantasy ein unterschätztes Genre?«
 

Die Götter sind los!

Wer wiederum auf die griechische Mythologie steht, sollte sich die Fantasy-Buchreihe »Percy Jackson« vom amerikanischen Schriftsteller Rick Riordan anschauen. Der Clou hierbei: Alle griechischen Götter existieren wirklich in der realen Welt (nur haben sie ihr Quartier von Griechenland nach Manhattan verlegt), und der junge Halbgott Perseus »Percy« Jackson muss eine Menge Abenteuer bestehen, um die Chimären, Giganten und Titanen im Zaum zu halten. Tolle Idee, wie ich finde, und die Cover sehen einfach klasse aus.

 

Geheimtipps #1

 

Tipp 1: Die Legende von Enyador

Dieses Buch ist mir zwar erst als Erwachsener in die Hände gefallen, und eigentlich dachte ich, dass ich »zu alt« für so eine Geschichte sei, doch schon nach den ersten Seiten hat mich die Autorin Mira Valentin in ihren Bann gezogen. Der junge Tristan widersetzt sich darin dem Volk der Elben, die die Menschen seit langer Zeit unterdrückt haben und deren Erstgeborene in den Kampf gegen die Drachen entsenden. Dabei erlebt er das ein oder andere Abenteuer ;-) Insbesondere der unglaublich fantasievolle Schreibstil und die tolle Beschreibung der Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten fasziniert mich an dem Buch – von der Geschichte mit den Elben als »Bösewichten« mal ganz zu schweigen. Endlich mal was anderes. Ein exklusives Interview mit der Autorin Mira Valentin könnt ihr übrigens auch hier auf dem Tad Time Blog lesen.

Zum Interview mit Mira Valentin >


Tipp 2: Die dreibeinigen Herrscher (Tripods)

Dieses Buch ist mir noch als Jugendlicher bekannt und wurde sogar von der BBC verfilmt. Erst kürzlich habe ich das Buch samt Prequel gelesen und die DVDs angeschaut. Ich war sofort wieder mit dabei und kämpfte an der Seite von Will und seinen Freunden gegen die dreibeinigen Herrscher, die aus dem All gekommen sind, um die Menschheit zu versklaven. Den Roman von John Christopher gibt es mittlerweile in einer streng limitierten Auflage mit 60 Illustrationen von Comiczeichner Timo Würz. Reinschauen!


Tipp 3: Das Erbe der Schattenwächter (Tad Time #1–5)

Ein bisschen Eigenwerbung muss ja sein. Wenn ihr auf Young Adult Fantasy steht und dann noch auf Schattenwesen, Parallelwelten und Lichtfeen, dann lege ich euch meinen Powerfantasy-Serie Tad Time ans Herz. Hier mal der Klappentext:


Unsere Welt, wie du sie kennst, ist von Licht- und Schattenenergie umgeben. Nur wenn beide Energien im Gleichgewicht sind, halten sich auch Gut & Böse die Waage. Doch das Gleichgewicht ist in Gefahr, da eine uralte Macht erwacht ist und danach trachtet, unsere Welt zu vernichten. Unsere letzte Hoffnung ist ein Schauspieler aus der Kleinstadt Capeville. Seine Name: Tad Parker.

Alle bislang erschienen fünf Bände sind ab sofort auch in einem schicken Sammelband mit vielen Illustrationen erhältlich. Über 40 Seiten aus Episode #1 »Die Stadt des singenden Segels« gibt es hier als kostenlosen Download.

 

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Fantasy »Bereich derjenigen besonders im Roman, im Film, im Comicstrip behandelten Thematiken, mit denen (wie in Mythen, Märchen und Sagen) das Fantastische, Magisch-Geheimnisvolle mit Zauber und Magie in Traumwelten voller Fabelwesen heraufbeschworen wird.«

 

(duden.de Bedeutungsübersicht)

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Die besten Fantasybücher für Erwachsene

Bei den Fantasybüchern für Erwachsene müssen wir mal ein wenig zurück in de 80er/90er Jahre reisen. Denn hier sahen die Buchcover noch aus wie LPs aus dem Heavy Metal Bereich (oder war es umgekehrt?). Los ging es in meinem Fall mit der dunklen Fantasyserie »Forgotten Realms: Die Vergessenen Welten« von R. A. Salvatore. »Die Saga vom Dunkelelf« (The Dark Elf Trilogy) begleitete mich quasi durch die Jugend, und an der Seite von Serienheld Drizzt Do’Urden kämpfte ich mich durch dunkle Fantasyreiche. Erstmals kam ich hier in Kontakt mit ziemlich derb beschriebenen Gewalt- und Kampfszenen, die die Welt für mich jedoch nur noch glaubhafter machten.
 

Pen-&-Paper lassen grüßen

Ähnlich gefesselt hat mich die Fantasyserie »Die Chronik der Drachenlanze« von Margaret Weis und Tracy Hickman, die auf dem Pen-&-Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons basiert. Wer auf Drachen und eine sorgsam ausgearbeitete Fantasywelt mit Magie, guten, neutralen und bösen Mächten steht, ist hier gut aufgehoben.

 

Bärenstark ist auch die Shannara-Trilogie von Terry Brooks, dessen erster Teil »Das Schwert von Shannara« bereits 1977 erschienen ist. Die Parallelen zu Tolkiens »Herr der Ringe« (ohjeminee, hatte ich dieses Buch eigentlich schon erwähnt?) sind insbesondere in den ersten beiden Bänden recht stark, doch in den späteren Bänden macht die Reise von Elfensteinträger Flick und dem Druiden Allanon so viel Spaß, dass man einfach dranbleibt.

 

Noch ein Wort zum Schreibstil der »alten Fantasy-Romane«: Im Gegensatz zu heutigen Fantasyromanen liest sich ein »Herr der Ringe« wesentlich langsamer und bedächtiger. Ausführliche Landschaftsbeschreibungen und eine blumenhafte Sprache stehen im krassen Gegensatz zu den ungemein schnell erzählten Stories, die heute auf den Leser einprasseln. Mein Tipp: Lasst euch einfach mal darauf ein und probiert es aus.
 

Arnie lässt grüßen

80er Jahre Mucki-Fantasy bekommt ihr mit »Conan der Barbar« von Robert Ervin Howard. Wobei das in keinster Weise abwertend gemeint ist (mir kommt nur immer der muskelgestählte Arnold Schwarzenegger in den Sinn, wenn ich an Conan denke). Vielmehr gelingt es Robert Ervin Howard, dem wortkargen Krieger Conan so viel Power, Energie & Schlachten-Pathos zu verleihen, das man diese Art der Low-Fantasy (nicht zu verwechseln mit High-Fantasy, zu der ja z. B. »Herr der Ringe« gehört) einfach lieben muss. Eben einfach gut!
 

Nicht den Überblick verlieren!

Im Atemzug der klassischen Fantasy darf auch der Name Michael Moorcook nicht fehlen. Spannend ist in seinen Büchern vor allem das Nebeneinander verschiedenster Parallelwelten, die ein Held irgendwie in Balance halten muss. In »Der ewige Held« durchleidet der, nun ja ... ewige Held ... so viele Höhen, Tiefen, Schicksalsschläge und Gut/Böse-Situationen, dass einem als Leser ganz schummrig vor Augen wird. In einem Paralleluniversum ist er Retter eines Volks, in einer anderen Welt wiederum Verräter und neben all diesen moralischen Entscheidungen geht es immer nur um eines: das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren und das Gleichgewicht der Welten zu bewahren.


Mehrere Paralleluniversen in einer fremden Welt muss auch der Universitätsprofessor Robert Wolff in der Romanserie »Welt der tausend Ebenen« von Philip José Farmer aus Amerika erforschen. Fans von 80er Jahre Fantasy/Science Fiction  sollten sich das Werk anschauen, da es mittlerweile als E-Book neu aufgelegt wurde und durch seine immer wieder anderen Welten und Handlungsschausplätze enorm abwechslungsreich ist.
 

 

Hoher Zauberer oder niederer Priester? 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen High- und Low-Fantasy?

 
 

Witzig geht auch …

Natürlich dürfen Terry & Tad hier nicht unerwähnt bleiben. Terry Pratchett hat mit seinen ab 1983 erschienenen Scheibenwelt-Romanen erstmals Humor in das recht trockene Fantasy-Genre gebracht. Eine Schildkröte, die durch das Weltall rudert und auf der wiederum vier Elefanten stehen, die die Scheibenwelt halten, gab es bis dato noch nicht ;-) Persönlich muss ich sagen, dass ich die Bücher nicht gelesen habe, da mir der Humor einfach nicht zugesagt hat. Dafür habe ich das Point-and-Click Adventure »Discworld« auf der Playstation 1 supergerne gespielt und so die Scheibenwelt und ihre skurillen Charaktere besser kennengelernt.

 

Fehlt noch Tad: Ebenfalls nicht gelesen habe ich »Das Geheimnis der großen Schwerter«, welches Tad Williams 1988 veröffentlichte. Die letzten beiden Bände zählen stolze 1650 Seiten und vermutlich habe ich deswegen immer ein wenig davor zurückgeschreckt. Trotzdem raten mir Freunde immer wieder dazu, die Bücher zu lesen. Wenn ich also mal ganz viel Zeit habe …
 

Und immer wieder Artus und Kamelot

Die Artussage lässt seit jeher genügend Spielraum für Elemente der Fantasy und Marion Zimmer Bradley erzählt die Sage in ihrem äußerst beliebten Roman »Die Nebel von Avalon« aus der Sicht Morgaines, der Halbschwester von Artus. Gilian Bradshaw rückt in »Der Falke des Lichts« den jungen Gawain in den Mittelpunkt, der vor der dunklen Magie seiner Mutter Morgan flieht und somit insgeheim seiner Bestimmung folgt und ein großer Ritter wird. Selbst wenn in beiden Romanen die fantastischen Elemente eher in den Hintergrund rücken, so sind es die interessanten Erzählperspektiven (mal nicht der strahlende Muskelheld, Zwerg oder Elbe), die die Romane lesenswert machen.

Noch ein Tipp: Neben Marion Zimmer Bradley und Gilian Bradshaw hat auch die amerkanische Autorin Ursula K. Le Guin mit dem Erdsee-Zyklus eine ganz bemerkenswerte Fantasyreihe herausgebracht. Fünf Romane zählt die Serie und insbesondere die Magie hat einen hohen Stellenwelt in ihrer Fantasywelt. Wer also auf Geschichten von Magiern und Hexern steht, sollte unbedingt mal einen Blick in die Bücher werfen.

Darf es aufwändig illustriert oder etwas abgefahren sein?

Wer was fürs Auge sucht, sollte sich unbedingt mal die Amizaras-Chroniken von Valerian Caithoque anschauen. Hier wird in drei äußerst aufwändigen Hardcover-Bänden eine Verschwörungsgeschichte gesponnen um Geheimbünde, junge Magier und engelhafte Wesen, die die Erde kontrollieren. Selbst wenn mich die Geschichte nicht restlos überzeugen konnte, so musste ich mir den ersten Band alleine wegen seines hübschen Äußeren in den Schrank stellen. Jede Seite ist im Stil eines alten Pergament-Papiers gestaltet und auf jeder Seite befinden sich wunderhübsche Illustrationen von Gegenständen und Relikten, die tatsächlich im Buch vorkommen.

 

Weite See und blaue Bären

Abgefahren sind die Geschichten von Walter Moers, der durch die Geschichten von Käpt’n Blaubär bekannt geworden ist. Wer jedoch vermutet, dass die Bücher von Moers nur etwas für Kinder sind, sieht sich getäuscht. Mit der Zamonien-Reihe richtet er sich an ein erwachsenes Publikum. Empfehlenswert sind hierbei vor allem die Bücher »Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär« sowie »Die Stadt der träumenden Bücher«. Er schreibt mal komisch, mal schauerlich und das mit einer sprachlichen Gewandtheit, die einfach nur genial ist. Also (ihr wisst, was jetzt kommt) unbedingt mal reinlesen.

Megabekannt und erfolgreich …

Wer heute das Wort »Fantasy« in den Mund nimmt, meint eigentlich »Game of Thrones«. Die Fantasy-Fernsehserie von HBO basiert auf der Romanreihe »A Song of Ice and Fire« von George R. R. Martin und wird von so ziemlich jeder Person in meinem Bekanntenkreis angeschaut. In den Büchern wirkten die unzähligen Herrscherhäusern mit ihren zwei Millionen Angehörigen spätestens nach dem dritten Band auf mich etwas ermüdend, doch die Geschichte mit ihren unvorhersehbaren Wendungen ist großartig. Jeder kann hier sterben und das sorgt dann doch dafür, dass man eine weitere Seite umblättert und Stunde um Stunde vergeht.

 

Bestseller-Qualität hat auch die Königsmörder-Chronik von Patrick Rothfuss. Ich muss gestehen, dass ich die Romane von ihm bislang nicht gelesen habe und so zitiere ich an dieser Stelle einfach mal den Amazon-Klappentext des ersten Bandes »Der Name des Windes«, der mehrfach ausgezeichnet wurde:
 

»Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen ... und ein schüchterner Liebhaber.“ (Patrick Rothfuss)

 

Ein bisschen Horror und Dunkelheit

Die Grenzen zwischen den Sub-Genres Dark Fantasy und Horror Fantasy sind fließend, daher zähle ich an dieser Stelle einfach mal Bücher auf, die beiden Genres zugeordnet werden können. Seid aber gewarnt, denn in diesen Büchern geht es nicht um strahlende Ritter in weißen Rüstungen, sondern um Anti-Helden, die auch nicht davor zurückschrecken, ihre dunkle Seite auszuleben und ihre Gegner leiden zu sehen.

 

Für einen guten Einstieg, lest in die »Broken-Empire-Trilogie« von Mark Lawrence rein. In dieser Fantasywelt wirken selbst die Strahlen der Sonne düster und schmerzen auf der Haut. Und wenn ein kleiner Junge in dieser Welt aufwächst und auf Rache sinnt, weil seine Mutter und sein Bruder vor seinen Augen ermordet wurden, dann kann man sich schon denken, dass hier die Blaupause für einen Anti-Helden geschaffen wurde.

 

In dieselbe Kerbe schlägt Glen Cook, der mit »Black Company« eine düstere und kriegerische Fantasywelt erschaffen hat, in der die Söldner der schwarzen Kompanie zwischen »Gut“ und »Böse« nicht unterscheiden und die Moralvorstellung des Lesers im Laufe des Buches immer wieder auf die Probe gestellt wird.

Ein echtes Händchen für düstere Geschichten hat auch der amerikanische Autor Brian Keene, dessen Horror-Roman »Ghoul« mir eine solche Gänsehaut beschert hat, dass ich kaum schlafen konnte. Im Bereich Dark Fantasy aus seiner Feder ist vor allem »King of the Bastards« einen Blick wert.

 

Fantasy Made in Germany

Ein Fantasy-Star aus deutschen Landen ist übrigens der Autor Markus Heitz. Seinen Durchbruch erlangte er mit der Fantasyreihe »Die Zwerge«, die allen Gimli-Verehrern Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Ebenfalls bekannt ist die Romanreihe Die Legenden der Albae, die von den Gegenspielern der Zwerge handeln.


Urban Fantasy und Vampire … #beiss

Vertreter der Urban Fantasy, also Geschichten, die in einer realen Stadt spielen und mit fantastischen Elementen angereichert werden, sind in den letzten Jahren ungemein populär geworden. Warum? Na, weil beispielsweise auch Harry Potter oder die Twilight-Serie zu diesem Genre gezählt werden können (wobei die Grenzen natürlich oftmals fließend sind).

 

Für Erwachsene muss man ein wenig tiefer graben, um auf einige Highlights zu stoßen. Bekannt als Amazon Prime Serie ist »American Gods« von Neil Gaiman, in dessen Geschichte die altehrwürdigen Götter verschiedenster Kulturkreise in Amerika zusammentreffen und sich einen erbitterten Kampf mit den Göttern des 21. Jahrhunderts liefern. Als Serie konnte mich das trotz guter Wertung bei imdb.com bislang nicht überzeugen, aber dem Buch würde ich durchaus eine Chance geben.

 

Magie in London

Äußerst gespannt bin ich auch auf die Fantasy-Serien »Die Chronik der Seelenwächter« von Nicole Böhm und »Das Erbe der Macht« von Andreas Suchanek, die auf Amazon beide sehr gut bewertet sind und bereits auf meinem Kindle abgespeichert sind. Wer London gerne mag, der sollte sich »Die Flüsse von London« vom britischen Autor Ben Aaronovitch anschauen. Mord und Magie in London mit ein bisschen Harry Potter Humor – sollte durchaus unterhaltsam sein.

 

Darf es ein bisschen dunkelrot sein

»True Blood« hingegen transportiert die jugendkompatible Handlung von »Twilight« in die Erwachsenenwelt. Die düstere Vampir-Fantasy um die telepathisch begabte Kellnerin Sookie aus Lousiana schreckt selbst vor gesellschaftskritischen Themen nicht zurück und geizt nicht mit blutig beschriebenen Gewaltszenen und Schockeffekten. Wer die TV-Serie schaut, sollte unbedingt mal den Originalton einschalten und auf den breiten Südstaaten-Akzent achten. Die TV-Serie basiert auf der Sookie-Stackhouse-Buchreihe von Charlaine Harris

 
 

Im Weltall hört dich keiner schreien … oder doch? Es werde Space Fantasy …

Zum Schluss noch ein Tipp für alle Fans von Star Wars & Herr der Ringe. In »Die Krone der Sterne« von Kai Meyer fliegen Hexen durchs Weltall, verruchte Piraten kämpfen gegen Paladine in blutroten Rüstungen und Androiden sind so schlau, dass sie ganze Roboterarmeen befehligen können. Mittlerweile ist auch der zweite Teil der Serie erschienen und ich freue mich schon tierisch darauf, ihn auf meinen Nachttisch zu legen. Der erste Teil hat mir eine Menge Freude gemacht und das Buch kommt mit schicken Illustrationen daher, sodass man richtig schön tief in die Geschichte eintauchen kann.


Väterchen Frost lässt grüßen: Fantasy aus Russland

»Wächter der Nacht«, Band eins aus der Wächter-Romanreihe von Sergej Lukjanenko, sollte spätestens seit der Verfilmung aus dem Jahr 2004 vielen Fantasy-Fans bekannt sein. Doch kennt ihr auch Alexei (Jurjewitsch) Pechow? Nein? Na denn … also ich kannte ihn auch nicht :-) In der Stadtbücherei Wiesbaden wurde mir seine High-Fantasy-Saga »Die Chroniken von Hara« ans Herz gelegt.

Wie schon bei den Fantasybüchern für Jugendliche gibt es zum Abschluss auch für den Erwachsenenbereich drei Tipps, die ich euch ans Herz legen möchte:

Geheimtipps #2

 

Tipp 1: Schattenlabyrinth

Ein klassisches Fanatasybuch von Jonathan Wylie, das mir von einem guten Freund empfohlen wurde. Mir gefiel vor allem daran, dass es nicht Stunden braucht, ehe man die Fantasywelt und ihre ganzen Herrscherhäuser durchstiegen hat. Einfach loslesen und man ist sofort in der Geschichte angekommen. Vier Gefährten ziehen los (Zwei Jäger, Geschichtenerzählerin und Barde), um einen uralten magischen Garten zu finden, der die Welt verdunkelt. Unkompliziert, spannend und mit einem überraschenden Ende (worüber sich allerdings die Geister streiten werden).

 

Tipp 3: Das Erbe der Schattenwächter (Tad Time #1–5)

Jetzt fragt ihr euch berechtigterweise: Häh, schon wieder dieser Roman? Das lässt sich aber ganz einfach erklären, denn die Fantasyserie Tad Time ist so genannte »All Age Fantasy«. Jeder, ob Jung oder Alt kann in das Buch reinlesen und wird darin Unterhaltung finden. Wenn ihr auf Schattenwesen, Parallelwelten und Lichtfeen, dann lege ich euch die Powerfantasy-Serie Tad Time ans Herz. Hier mal der Klappentext:


Unsere Welt, wie du sie kennst, ist von Licht- und Schattenenergie umgeben. Nur wenn beide Energien im Gleichgewicht sind, halten sich auch Gut & Böse die Waage. Doch das Gleichgewicht ist in Gefahr, da eine uralte Macht erwacht ist und danach trachtet, unsere Welt zu vernichten. Unsere letzte Hoffnung ist ein Schauspieler aus der Kleinstadt Capeville. Seine Name: Tad Parker.

Der achte Teil der Serie »Der Schattenhexer« ist gerade erschienen.

 

Tipp 3: 12 Monate Angst

Zum Abschluss mal etwas ganz anderes, um eure Synapsen durcheinanderzuschütteln ;-) Es wartet mit dem letzten Tipp nämlich kein dicker Fantasyschinken auf euch, sondern eine Kurzgeschichtensammlung aus dem Verlag Torsten Low. Hier haben Autoren wie Oliver Paschka, Dieter Winkler oder Tobias Bachmann ein paar ihrer besten Kurzgeschichten zusammengestellt, die mal fantastisch, mal schaurig und manchmal auch ein bisschen lustig daherkommen. Ich durfte bei einer Lesung die Geschichte »Die Ritter der Tafelrunde“ hören und war hin und weg. So habt ihr die Geschichte garantiert noch nie gehört … da bin ich mir sicher. Also lest mal rein.

 

Quellen: Wikipedia, Amazon, Lovelybooks, Goodreads, Tor-Online, Heyne-Verlag